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Korsett oder Corsage?

Die Begriffe Korsett und Corsage werden sowohl von absoluten Neulingen oft verwechselt, als auch von solchen Menschen, deren Kleiderschrank halb gefüllt ist mit taillenformenden Schnürkorsetts.
Und auch beim Angebot im Handel oder in Onlineshops werden beide Begriffe wild durcheinander verwendet. Bei beiden Begriffen sind jene Kleidungsstücke gemeint, die solo getragen werden und nicht in ein Kleid integriert sind.

Man könnte meinen der Tragezweck sei bei einer Corsage und einem Korsett der gleiche. Nämlich sich sexy zu fühlen und die Figur mit einem textilen Hilfmittel ins rechte Licht zu rücken. Doch das ins rechte Licht "rücken" fällt je nach Körperumfang bei einer Corsage weit weniger intensiv aus als gedacht. Eine Corsage ist zwar enganliegend geschnitten, aber ist meistens nicht stabil genug den Körper zu formen. Wer es doch versucht, wird leider böse überrascht.

Je mehr erotische Nutzfläche vorhanden ist und je größer der Wunsch die Figur zu formen, desto mehr muss Mann oder Frau an stabilem Material einsetzen, um eine gewünschte Optik zu erzielen. Beispielsweise den Bauch flacher wirken zu lassen oder mehr Taille zu zaubern. 

Ich möchte zur Verdeutlichung die Geschichte der drei kleinen Schweinchen zu Hilfe nehmen. Die Corsage ist in diesem Falle vergleichbar mit der Strohhütte, das Korsett mit dem soliden Steinhaus. Doch Obacht - es gibt auch noch jede Menge Holzhütten dazwischen, also Mischformen, die von beidem etwas haben. 

Um die Unterschiede zu verdeutlichen, werde ich zunächst die Merkmale typischer Corsagen und Korsetts vorstellen. Zum Schluß werde ich auf die Mischformen eingehen und was es dabei zu beachten gilt.

Corsagen - eher Unterwäsche als Shapewaer

Verschlüsse

Corsagen, die nicht in ein Braut- oder Abendkleid genäht sind, sondern als einzelnes Kleidungsstück getragen werden, bestehen größtenteils aus elastischen Stoffen, zarter Spitze oder sehr leichten Geweben. Sie sollen den Körper umschmeicheln und sich ihm anpassen. Nicht anders herum. In den meisten Fällen ist daher ziemlich viel Elastan im Einsatz.

Gerne wird für die etwas wilderen Varianten Stretchlack oder Stretch-Kunstleder verwendet. Dieses Material ist zwar dehnbar, aber diese Dehnbarkeit hat ihre Grenzen.
Bei sehr elastischen Stoffen wird manchmal gänzlich auf einen Verschluss verzichtet und das schmucke Stück wird wie ein eng anliegendes T-Shirt übergezogen, wie beim ersten Bild links zu sehen ist.

Üblicherweise werden Corsagen mit Miederhaken oder Reißverschlüssen geschlossen. Das zweite Bild zeigt solche Miederhaken. Wem das nichts sagt, der kennt sie eventuell von Bh's, wo sie einzelnd bis hin zu drei in einer Reihe am Rücken sitzen und das Ganze Ensemble am Platz halten.

Das Anziehen einer Corsage stellt auch den Neuling nicht vor besonders große Herausforderungen, da sich die meisten Verschlüsse an der Vorderseite befinden und somit keine fremde Hilfe nötig ist. Außer vielleicht beim ausziehen ;o)

Corsagenteile

Als erotische Untermalung ist eine Schnürung sehr beliebt. Entweder als Zierelement mittendrin oder wie beim Korsett am Rücken, wie das zweite Bild zeigt. Die Ösen werden üblicherweise einfach durch die zwarten Stofflagen getackert. Wer ganz vorsichtig an der Schnur zieht oder ein wenig mehr in sein Dessous investiert hat, kann Glück haben. Die Ösen reißen nicht aus oder erst nach langen Jahren der Tragefreude.

Üblicherweise werden Corsagen nur ganz leicht verstärkt, wenn überhaupt. So denn stützende Verstärkung zum Einsatz kommt, ist es sogenannter Fischbeinersatz. Wem das genauso wenig sagt wie Miederhaken, dem sei gesagt, dass es sich um flache Plastikstäbchen handelt, die es in diversen Breiten gibt. 

Ein Manko an dieser Art der Verstärkung ist ihr ständiges Bestreben sich an den Ober- und Unterkanten durch den Stoff zu graben und das somit die Corsage zu beschädigen. Werden die Plastikstäbe dauerhaft verbogen, beispielsweise in der Taille, bleiben sie auch in dieser Form.
Je nach Beanspruchung kann es leider auch passieren, dass die Stäbe durchbrechen. Wenn dies der Fall ist, sollte man das gute Stück entweder reparieren lassen oder entsorgen. Beim Bruch entstehen ziemlich scharfe Kanten, die sich doppelt so schnell durch den Stoff graben und nicht unerheblich Verletzungen hervorrufen können. 

Fazit - Tolle Optik mit wenig Halt

Corsagen haben insgesamt nur eine geringe verstärkende Wirkung, sind also geeignet für alle, die Dekoration bevorzugen, aber sich nicht allzu sehr dabei einengen wollen oder von dem Mieder ein figureverwandelndes Wunder erwartet. Schmückendes Beiwerk stimmt wohl eher als Shapewear.

Wer es gerne ein wenig fester mag beziehungsweise seinem Körper durch das Textil mehr Halt und Form verpassen möchte, ist mit einer Corsage leider nicht sehr gut beraten. 
Denn der gesagt Aufbau ist leicht, zart und hält wenig bis garkeinen Druck aus. 

Es ist auf jeden Fall ratsam eine Corsage so wenig wie möglich zu beanspruchen. Daher kommt es auch auf die Wahl der richtigen Größe an. Die Corsage sollte nicht zu klein sein, denn sonst ist erneut der Druck auf die verwendeten Materialien zu hoch. Wer es doch versucht der Corsage einzutrichtern sie sei ein Korsett, sollte damit rechnen, dass der nächste Gang zum Altkleidercontainer in Bälde ansteht und das wäre sehr schade!

test

Korsett - Fester Halt mit formender Wirkung

Korsettbestandteile

Wie eingangs erwähnt, ist das Korsett das Steinhaus im Vergleich zur Stohhütte.
Charakteristisch für Korsetts ist ihre Eigenschaft den Körper zu formen. In erster Linie soll eine Taillenreduzierung erreicht werden, also der Bereich des Körpers geformt werden, der aus weichem, formbarem Gewebe besteht.

Erreicht wird dies vor allem durch den Schnitt, der sich in der Ober-, Unterbrust- und Hüftweite an den natürlichen Körpermaßen orientiert und in der Taille um 5 bis 10 cm weniger Umfang aufweist.
Bei sehr soliden Korsetts aus einer guten Manufaktur (und damit meine ich keine asiatische Massenschmiede!) kann auch eine Reduzierung von 15 cm und mehr erreicht werden. Das ist allerdings eher den Schnürprofis oder Reduzierungssüchtigen vorbehalten, also für Einsteiger absolut ungeeignet.

Ein Korsett besteht im besten Fall aus einem soliden Futterstoff aus Baumwolle. Die obere Lage bildet ein dekorativer Stoff, der aus Seide, Brokat, Satin, Taft, Baumwolle, Leinen, fester Spitze, Leder oder Kunstleder bestehen kann.

Um den Druck auf das Material abzufangen, der beim Tragen entsteht, wird in der Taille ein Taillenband eingearbeitet. Dieses Band bildet mit dem Futterstoff das Grundgerüst, welches die Reduzierung ermöglicht, ohne den Oberstoff durch den Zug zu sehr zu strapazieren. 

Bei Korsetts werden hauptsächlich Korsettschließen verbaut, die aus solidem Metall bestehen. Diese sind neben dem Taillenband und dem verstärkten Rückenbereich essentiell, um die gewünschte Stabilität zu erreichen.

Korsett hinten

Während bei Corsagen vorwiegend Plastik als Verstärkung verwendet wird, ist in den meisten Korsetts Metall enthalten. Die Stäbchen aus Spiralfeder sind zwischen 5 und 12 mm breit und befinden sich in den extra aufgenähten Tunneln zwischen den einzelnen Schnittteilen des Korsetts. Diese sind in der Höhe starr, aber dennoch flexibel bei allen Bewegungen, die man in einem Korsett macht.

Manche Hersteller verwenden ausschließlich Flachstahl als Verstärkung. Die Bewegungsfreiheit wird hier noch einmal stärker eingeschränkt, als bei einer Spiralfederverstärkung. 

Jedes Korsett wird mit einer Schnürung im Rücken geschlossen, denn nur so kann die Reduzierung im Umfang erreicht werden. Damit die dafür verwendeten Ösen dem Zug und Druck auch standhalten, sind sie auf beiden Seiten von kunststoffummantelten Falchstahlstäbchen eingefasst. 
Diese sind im besten Fall eng eingenäht und mindestens 1 cm breit. 

In den meisten Fällen ist in das Korsett ein soganannter Schnürschutz hinten eingenäht, der aus einer Lage Futter und Oberstoff zusammengenäht ist und auf einer Seite am Korsett befestigt wird. So soll das Rückengewebe unter der Schnürung bedeckt und verhindert werden, dass man auf die blanke Haut schaut.
Denn zugegebenermaßen ist die zusammengeschobene Rückenhaut nicht so wunderschön anzusehen, dass man darauf verzichten sollte.

Premiumkorsetts haben eine verstärkte Rückenlasche. Mit diesem Thema habe ich mich bereits in einem anderen Blogartikel beschäftigt, für die die es interessiert.

Fazit - Figur in Form mit Metall und festem Stoff

Wer den Anspruch hat seiner Figur ein wenig mehr Silhoutte zu verleihen, in den Genuß kommen möchte seine Haltung durch die Verstärkung am Rücken zu verbessern und sich ein sexy Dekollté zu zaubern, der ist mit einem Korsett gut beraten. Ob nun als Unterwäsche oder als vollwertiger Bestandteil der Oberbekleidung. 

Befürworter und eingefleischte Fans des Korsetts schätzen die temporäre Möglichkeit seinen Körper schonend aber optisch wirksam in Szene zu setzen. Der Bauch wirkt flacher, die Taille schmaler und insgesamt ist der weibliche Körper einfach kurviger, was für viele ein Schönheitsideal ist.
Auch Männer, gerade die Fans von Crossdressing und Travestie, haben mit einem Korsett die Möglickeit ihre Silhuette zu verändern, ohne sich dabei unters Messer legen zu müssen. 

Von vielen Trägerinnen und Trägern wird immer wieder bestätigt, dass die Verstärkung im Rücken ein wahrer Segen ist, wenn man mit Haltungsproblemen, Rücken- oder Nackenschmerzen zu kämpfen hat. Sogar bei Menschen mit ernsthaften gesundheitlichen Problemen im Rücken. Wobei ich vor dem Tragen eines Korsetts immer eine Rückbesprache mit dem behandelnden Arzt empfehlen würde! Viel hilft nicht immer viel. 

Zugegebenermaßen ist das Anziehen eines Korsetts für manche ein unüberwindbares Hindernis ist, dem man aber mit Übung und Anleitung leicht beikommen kann. Sowohl wenn man sich selber gerne einschnürt als auch vom Partner oder der Partnerin eingeschnürt wird. 

Leider genießt das Korsett einen Zweifelhaften Ruf, der von Körperverletzung, dem Aufzwingen von Schönheitsidealen und bis hin zur Unterdrückung der weiblichen Emanzipation reicht.
Wenn das beim Thema Highheels nur auch so wäre...

Wer sich die Mühe macht ein passendes Korsett zu finden (heißt die richtige Größe und der richtige Schnitt je nach Körperform), wird begeistert sein von den Vorzügen. Wichtig erscheint mir gute Qualität zu kaufen, also mindestens 100 € zu investieren und im besten Fall von fachlichem Personal bei der Anschaffung unterstützt zu werden. 

Mischformen und ihre Eigenschaften

Ich schrieb am Anfang von den sogenannten Holzhäusern, also einer Mischung aus Korsett und Corsage. Auch wenn die Mitte meistens goldrichtig ist, würde ich diese Mischformen eher als problematisch einstufen. 

Preislich liegen sie im unteren Drittel, denn ab ca. 30 € kann man online und im Handel sogenannte "richtige" Schnürkorsetts erstehen.
Nach dem Kauf denkt sich der ahnungslose Verbraucher: Wow, ich habe total günstig ein Korsett erstanden!

Schnürt sich ein, wie es bei einem Korsett so gemacht wird und wundert sich dann leider des öfteren darüber, dass das gute Stück innerhalb weniger Tage oder Wochen die Segel streicht. 
Der Stoff reißt ein, die Ösen reißen aus, Stäbe und Verschlüsse brechen durch oder ab.

Ein Korsett besteht aus vielen vielen Einzelteilen und auch bei der industriellen Herstellung in Massen ist ein gewisser Aufwand vonnöten, um ein komplettes Korsett herzustellen. Woran wird also gespart? Natürlich an der Qualität der Bestandteile und der Qualität der Verarbeitung!

Als Ergebnis erhält man ein Textil, das zwar als Korsett bezeichnet wird, den Anforderungen aufgrund von minderwertigem Material und fehlender Stabilität nicht gerecht wird. Zwar sind bei vielen dieser Mängelexemplare Korsettschließen eingebaut, die von der Optik her einen auf Korsett machen wollen, aber die Verarbeitung ist auf billig ausgelegt. Ich hatte schon so einige Korsetts zur Reparatur auf dem Tisch liegen, an denen Stücke der Schließe abgebrochen waren. Wohl gemerkt bei Metallschließen. Und ich behaupte mal, dass das nicht vorrangig an dilettantischer Benutzung gelegen hat.

Zu den Holzhütten zähle ich aus persönlicher Erfahrung auch alle Korsetts, die mit den optisch sehr ansprechenden Hooks geschlossen werden. Verschlüsse, die primär für Taschen und Truhen konzipiert wurden, sind leider absolut ungeeignet den Druck auszuhalten, der auf ein Korsett im geschlossenen Zustand einwirkt! Ergo brechen diese optischen Schmuckstücke aus Guß oder billiger Metalllegierung im Handumdrehen durch.

Verwendet werden leider auch viel zu leichte Stoffe, sowohl als Futter als auch oben drauf. Auch an der Verarbeitung (zu wenig Nähte) wird gespart, so dass Stoffe unter Zug einreißt oder vorne im Schließenbereich komplette Nähte den Abgang machen.

Die Verstärkung ist in den meisten Fällen zu schmal oder aus sogar aus Plastik. Schmipft mich Pessimist oder Erbsenzähler, aber Plastik schafft es nicht als einzelner Stab die Stabilität zu gewährleisten, die für ein taillenreduzierendes Korsett auf Dauer nötig ist. Anders als bei historischen Korsetts, wo diese meistens zu mehereren dicht nebeneinander eingenäht sind und sich so gegenseitig stützen.
Sollte doch Metall verbaut sein, ist es in vielen Fällen an den Enden nicht abgekappt, gräbt sich also mit seinen scharfen Kanten sehr schnell durch den Stoff. 

Besonders beliebt scheint bei den Billigkorsetts die Verwendung rostender gespaltener Ösen zu sein. Oder die schlampig verarbeitete Versärkung rechts und links neben den Ösen, die dazu führt, dass die Ösen schnell ausreißen. Manche sind sogar so sparsam, dass die Verstärkung gänzlich fehlt. 

Die Liste der Mängel ist so derart lang, dass mein Herz beim Anblick dieser Bilder blutet

Daher werde ich der Qualitätsmerkmalen von Korsetts in einem weiteren Blogbeitrag mehr Aufmerksamkeit schenken. Und erklären wie man auch als Laie die Spreu vom Weizen trennt. Vielleicht hilft das miderwertige Ware nicht nur am Preis zu erkennen und ein Korsett zu kaufen, das dem Namen gerecht wird!

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