• Maßgefertigte Korsetts
  • Corsagen
  • Kostüme
  • Partywear
  • Accessoires und mehr für Sie und Ihn.
Onlineshop
Artikel ansehen

Wenn aus Skeletten Schmuckstücke werden…

13. Februar 2019 – 11:37 Uhr Teile der Rückenknochen wurden zu Ohrringen, die Unterkiefer zur Kette umgewandelt
Katzenskelett

Ich kann nicht auf den Tag genau sagen, wann sich mein Faible für Schädel und Knochen entwickelt hat. Der Stein des Anstoßes war wohl Grabschändung in unserem eigenen Garten. Vor ein paar Jahren hat ein „wildes“ Tier meine verstorbene Katze, die wir hinterm Haus die begraben hatten, wieder ausgebuddelt. Nun lag der Schädel unserer Katze Stromi sauber abgenagt auf der Wiese vor mir. Und ich hatte drei Optionen.

Entweder die Tatsache ignorieren und beim Rasenmähen einen großen Bogen um das Grab herum fahren. Ging garnicht! Zweitens den Schädel wieder eingraben, auf die Gefahr hin, dass dann der Rest ihrer Gebeine zu Tage tritt. Noch würdeloser als die bisherige Lage! Oder drittens den Schädel mitzunehmen und das Loch zu verschließen, aus das der Rest unserer Mietzi weiterhin in Frieden weiterruhen durfte. Ich entschied mich für die dritte Option. Und so lag Stromis Schädel fortan im Haus auf der Fensterbank. Und ich hatte oft Gelegenheit die Reste unserer geliebten Mietzekatze zu betrachten. Und das von Ihr übrig blieb irgendwie für schön und wahnsinnig interessant zu befinden.

Igel

Der Stein des Anstoßes…

Nun ist die berechtigte Frage, wie man nun von dem Schädel der Hauskatze dazu kommt, kreativ mit Knochen zu arbeiten. Vielleicht passierte es vor ein paar Jahren beim Autofahren… So oft habe ich auf der Straße überfahrene Tiere gesehen, deren Kadaver auf dem Asphalt vor sich hin gammelten. Vollkommen sinnloses Sterben. Und wer war schuld? Ich dachte: Wir! Das machte mich wahnsinnig traurig. Füchse, Frettchen, Igel, Kaninchen, Greifvögel. Alle gestorben, weil wir ihren Lebensraum in Abschnitte unterteilen, in denen Leben nur bedingt möglich ist. Und weil sie wandern müssen, um zu überleben.Von der Schönheit des Schädels und meinem Mitgefühl inspiriert, kam mir zunächst eine verrückte Idee.

Nämlich die Kadaver, die mir so zufällig begegneten, einzusammeln um ihnen einen neuen würdevollen Abschnitt in ihrem „Dasein“ zu schenken. Aber das ist leider nicht so einfach. Meistens habe ich auf meinen „Reisen“ ein Ziel und bin spät dran. Und die Straßen, auf denen diese Tiere verrotten, werden in hohem Tempo und stark befahren. Einfach so anhalten und die Reste vom Boden schälen? Oft leider keine Option. Ganz davon abgesehen, dann eine übel riechende Leiche im Kofferraum zu transportieren. Ich hätte wahrscheinlich bei diesem Pilotprojekt des öfteren aufs Lenkrad gekotzt. Ausgeschlossen!

Versteht mich bitte nicht falsch – ich bin keine fanatische Tierschützerin – die andere Menschen zum veganen Lebensstil überreden möchte oder sich an Fischfangtrawler kettet. Das nun wirklich nicht. Aber es geht mir nah, stimmt mich nachdenklich und betroffen, wenn ich sehe wie viele Tiere allein auf meinen kurzen Strecken von Autos geschreddert werden. Und ich kann ebenso wenig die Bilder von Tieren ertragen, die in der Massentierhaltung aufs Übelste wie seelenlose Ware behandelt werden. Hab ich bisher Versuche unternommen dies zu ändern? Höchstens mit meinem Beitrag bei Sumofus, wo zu Aktionen aufgerufen wird, um Mißstände gegen Menschen und Tiere zu bekämpfen, die Großkonzerne aus Profitgier vorantreiben und ausnutzen. Irgendwie zu wenig, wenn Ihr mich fragt.

Teile der Rückenknochen wurden zu Ohrringen, die Unterkiefer zur Kette umgewandelt

Irgendwann gab es dann bei uns sündhaft teure Dorade. Fein zubereitet und das Fleisch vollständig verzehrt. Mir fiel beim Aufräumen der Küche und dem Wegräumen der Reste auf, wie exotisch und wunderschön die Knochen dieses Fisches sind. Und ich zögerte diese wegzuwerfen. Wie schon erwähnt bin ich keine Veganerin. Mein Beitrag ist, wenig und bewusst Fleisch zu essen. Und wenn ich Fleisch kaufe, dann das Bessere. Weil ich davon überzeugt bin, dass von den 8 Euro, die ich für ein Hähnchen bezahle, mindestens die Hälfte in artgerechte Haltung investiert wird. Die Hoffnung stirbt zuletzt!

Das Fleisch wird im besten Fall aufgegessen, aber die Knochen landet im Abfall. Mir fiel auf, dass wahnsinnig viel von dem Tier, dass sein Leben für mich gelassen hat, in den Müll wandert. Eine Schande – und mein Beschaffungsproblem schien irgendwie gelöst. Nicht, dass ich fortan mehr Fleisch gekauft oder gegessen habe, um an Materialien zu kommen. Das keineswegs. Wenn dann meistens mit Knochen.

Diese Dorade war nun also das erste Skelett in meiner Sammlung. Und ihre Präparation war im warsten Sinne Knochenarbeit. Aber es gelang. Und so nahm in mir die Idee Gestalt an auf diese Weise mehr Knochen zu sammeln. Indem ich die Reste nicht in den Müll warf, sondern aufbereitete und weiter verarbeitete. Diese Tiere sollten nicht vollkommen umsonst gestorben sein. Ein Segen war ein Besuch bei der Familie im Hunsrück – dem Land der Jäger und Sammler. Stephans Onkel gab uns einen Karton voll mit alten Geweihen, die er beinahe weggeworfen hätte. Wir haben Sie eingeheimst. Und der erste Teil der Knochensammlung zierte unsere heiligen Hallen. Aber ich wollte mehr!

Und so habe ich bis dato oft die Reste eines Grillabends eingesammelt oder die Knochen nach einem Restaurantbesuch ordentlich verpackt in meiner Handtasche nach Hause gebracht. Und präpariert. Die Präparation ist zwar eine Wissenschaft für sich, aber nach einigen Testversuchen und viel Recherche hatte ich den Dreh raus. Die Knochen waren fettfrei und rochen sauber. So wie die Schädel der abgestützten Rehe, die ich bereits teilweise verarbeitet hatte. Der erste Schritt zur Weiterverarbeitung war getan.

Der Rest ist kreative Geschichte. Viel Farbe, viel bling bling Steine, Bordüre, Glitzer, Biegeringe, Ketten, Pu-Schaum, Heißklebepistole, Spitze und viele Federn… Die Ergebnisse meiner morbiden Ader kann man bald in unserem Shop bewundern.

Ich kann nicht auf den Tag genau sagen, wann sich mein Faible für Schädel und Knochen entwickelt hat. Der Stein des Anstoßes war wohl Grabschändung in unserem eigenen Garten. Vor ein paar Jahren hat ein „wildes“ Tier meine verstorbene Katze, die wir hinterm Haus die begraben hatten, wieder ausgebuddelt. Nun lag der Schädel unserer Katze Stromi sauber abgenagt auf der Wiese vor mir. Und ich hatte drei Optionen.